Verstehen, warum die Seele leidet: Ursachen einer Depression
Depression ist mehr als nur eine vorübergehende Traurigkeit oder Erschöpfung. Sie kann sich langsam einschleichen oder plötzlich auftreten – und oft gibt es nicht die eine Ursache, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. In diesem Artikel beleuchten wir die häufigsten Ursachen einer Depression und zeigen, was aus Sicht der achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie (MBCT) zu ihrer Entstehung beiträgt.
1. Biologische und genetische Faktoren
Unsere Gene spielen eine Rolle in der Entstehung einer Depression. Studien zeigen, dass eine familiäre Veranlagung das Risiko erhöhen kann. Doch auch neurobiologische Prozesse, wie ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn (z. B. Serotonin, Dopamin), können zu depressiven Symptomen beitragen.
➡ Was hilft? Auch wenn die biologische Basis nicht veränderbar ist, zeigen Studien, dass Achtsamkeit und gezielte Übungen die Gehirnstruktur positiv beeinflussen können. Durch regelmäßige Praxis kann sich das emotionale Gleichgewicht verbessern.
2. Chronischer Stress und Überforderung
Ein dauerhaft hoher Stresspegel kann das Nervensystem überlasten. Wer ständig unter Druck steht, sich nie erholt oder sich zwischen Verpflichtungen verliert, erschöpft langfristig Körper und Geist. Stresshormone wie Cortisol bleiben auf einem hohen Niveau, was das Risiko für Depressionen erhöht.
➡ Was hilft? MBCT setzt hier gezielt an: Durch Achtsamkeitspraxis lernen Betroffene, Stress anders wahrzunehmen und bewusster mit Herausforderungen umzugehen. Der Atemraum oder das bewusste Wahrnehmen von Anspannungen im Körper sind wirkungsvolle Übungen.
3. Negative Gedankenmuster und Grübeln
Ein zentrales Element aus der Sicht des MBCT-Programms ist die Tendenz zu negativen, sich wiederholenden Gedanken („Grübeln“). Menschen mit Depressionen neigen dazu, sich in Selbstzweifeln, Schuldgefühlen oder Sorgen zu verlieren.
➡ Was hilft? Achtsamkeit hilft, diese Gedanken als das zu erkennen, was sie sind – nur Gedanken, nicht Tatsachen. Das bewusste Erleben des Moments kann helfen, sich nicht vollständig mit belastenden Gedanken zu identifizieren.
4. Frühere belastende Erfahrungen und Trauma
Unverarbeitete Erlebnisse aus der Kindheit oder spätere traumatische Ereignisse können eine Depression begünstigen. Besonders, wenn emotionale Bedürfnisse über längere Zeit unerfüllt bleiben, kann das zu einem tiefen Gefühl von Hoffnungslosigkeit führen.
➡ Was hilft? Selbstmitgefühl spielt hier eine wichtige Rolle. MBCT-Ansätze helfen, mitfühlender mit sich selbst umzugehen, belastende Erinnerungen mit einer neuen Perspektive zu betrachten und sich innerlich zu stärken.
5. Fehlende Selbstfürsorge und emotionale Vernachlässigung
Viele Menschen, die von einer Depression betroffen sind, haben Schwierigkeiten, gut für sich selbst zu sorgen. Sie stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück oder haben verlernt, auf sich selbst liebevoll einzugehen.
➡ Was hilft? Achtsamkeit lehrt uns, uns selbst wieder mit mehr Fürsorge zu begegnen. Kleine Routinen, wie bewusste Pausen oder achtsames Essen, können bereits viel bewirken.
6. Soziale Isolation und Einsamkeit
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wer sich langfristig allein fühlt oder keine unterstützenden Beziehungen hat, kann in eine Depression rutschen. Soziale Isolation verstärkt oft negative Gedankenspiralen.
➡ Was hilft? Der bewusste Aufbau von Verbundenheit – sei es durch eine Selbsthilfegruppe, achtsames Zuhören in Gesprächen oder das bewusste Pflegen von Kontakten – kann ein wichtiger Schritt sein.
Fazit: Verstehen und neue Wege finden
Depression ist oft das Ergebnis vieler verschiedener Faktoren. Doch es gibt Wege, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Das MBCT-Programm zeigt, dass Achtsamkeit nicht nur hilft, eine Depression zu lindern, sondern auch vorbeugend wirken kann. Es geht darum, bewusster mit den eigenen Gedanken, Emotionen und dem Körper umzugehen – und sich selbst mit mehr Mitgefühl zu begegnen.
Falls du dich in diesem Artikel wiedererkennst, dann erinnere dich: Du bist nicht allein. Unterstützung gibt es – sei es durch Therapie, Achtsamkeit oder den ersten kleinen Schritt, dir selbst heute eine liebevolle Pause zu gönnen. ❤️
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du dich aus negativen Gedankenmustern lösen kannst?
Mein MBCT-Kurs „Zurück ins Leben“ hilft dir, aus der Grübelschleife auszusteigen, innere Ruhe zu finden und langfristig achtsamer mit Stress und schwierigen Emotionen umzugehen. Alle Informationen findest du hier: MBCT-Kurs im neuen Format
✨ Wenn du sofort loslegen möchtest, aber erst einmal für dich alleine üben willst, ist mein Selbstlernkurs „Achtsame Wege aus dem Grübelkarussell“ genau das Richtige. Er greift viele Inhalte aus dem MBCT-Programm auf und hilft dir, Grübeln zu durchbrechen und mehr innere Ruhe zu finden.
Oder möchtest du erst einmal herausfinden, ob Achtsamkeit für dich der richtige Weg sein könnte? Dann lade ich dich zu einem kostenfreien telefonischen Kennenlerngespräch ein. Gemeinsam schauen wir, was dich gerade belastet und welche Unterstützung für dich passend sein könnte. Melde dich gerne hier an.